Unglaubliches Comeback

TVI krallt sich zwei Punkte in Wieblingen

Erst 5, dann 4, dann 3. So könnte die Kurzfassung des verrückten Spiels beim TSV Wieblingen lauten. Erst erarbeitete sich die Erle-Truppe in der ersten Halbzeit eine komfortable 5-Tore-Führung, verspielt diese wieder und liegt Mitte der zweiten Halbzeit mit 4 Toren hinten, um ein furioses Comeback zu starten und am Ende die Partie mit 29:32 zu gewinnen.

Aber zunächst alles auf Anfang. In der schwer zu findenden, babbfreien Halle im Sportzentrum Süd von Heidelberg erwischten die Ispringer einen guten Start. Gegen die offensive 5:1 Deckung der Gäste fanden die Ispringer Akteure immer wieder Lücken. Im Gegenzug gelang es dem TVI nur mühsam die schnellen, zweikampfstarken Hausherren in Schach zu halten. Dennoch erspielte sich die Mannschaft eine kleine 2-Tore-Führung. Vor allem Lukas Kunz erwies sich zu dem Zeitpunkt als Treffsicher. Bis zur 19. Minuten wurde die Führung Tor um Tor ausgebaut zum 7:12. Alles schien für den TVI zu laufen ehe der Gastgeber auf eine extrem Defensive 6:0 Deckung umstellten. Es gab ein Bruch im Ispringer Offensivspiel. Zu wenig Druck aus dem Rückraum spielte dem TSV in die Karten. Außerdem leistete sich der TVI in den letzten 7 Minuten vor Pausenpfiff 3 Zeitstrafen, welche die Wieblinger nutzten um auf 13:15 zu verkürzen. Zur Halbzeitsirene bekam der TVI noch einen direkten Freiwurf zugesprochen. Lukas Kunz trat an und versuchte mit einem mageren Wurf durch eine Lücke im Block zu Werfen und erwischte dabei den Gegenspieler auf Oberarm/Kopfhöhe. Nach langer Diskussion zückte überraschend der Tor-Schiedsrichter die Rote Karte und Disqualifizierte den 4-Mal erfolgreichen Rückraum-Shooter. Ein übertriebene Entscheidung und ein herber Schlag für den TVI.

So musste die Mannschaft von Trainer Erlenmaier zu viert in den zweiten Durchgang starten. Wie, die Mannschaft diese Phase überstehen würde, könnte sich als entscheidend für den weiteren Verlauf herausstellen. Leider lief der Beginn mehr als schlecht. Sören Apelt kassierte eine weitere Zeitstrafe. Mit nur 3 Akteuren auf dem Feld stemmte man sich gegen die Heidelberger und Brian Morlock gelang sogar einen sehenswerten Treffer von rechts außen. Die Hausherren konnten trotzdem zum 17:17 ausgleichen und nahmen das Heft in die Hand. Vor allem die Nummer 24 der Gastgeber Lukas Wolf trumpfte in der Anfangsphase der zweiten Halbzeit auf und erzielte 7 seiner 16 Treffer vom Wiederanpfiff bis zur 45. Minute. Der TSV war den Ispringern auf 26:22 enteilt und der Zahn schien gezogen. Hinzu kam, dass sich die Mannschaft durch unnötige Zeitstreifen ständig selbst schwächte. Coach Erle stellte die Abwehr auf eine doppelte Manndeckung um. Mit zunächst wenig Erfolg, da die Heidelberger oft über die zweite Welle erfolgreich war. Jedoch fing man sich so langsam in der Offensive. Martin Dietrich, Jan Schneider und Pascal Stoll übernahmen Verantwortung und kamen zum Torerfolg. Die Defensive stand besser und Mathis Vogt konnte den einen oder anderen wichtigen Ball entschärfen. So kam man auf 2 Tore heran. Das Momentum war erneut gewechselt. Pascal Stoll erzielte vom 0-Winkel den Ausgleich zum 28:28 fünf Minuten vor Schluss. Es bahnte sich eine spannende und nervenaufreibende Schlussphase an. Die Chancen der Ispringer reduzierten sich umgehend nach einer erneuten Doppelbestrafung, in Form einer Zeitstrafe mit Strafwurf. Der TSV legte wieder vor. In Unterzahl brachte Sören Apelt die Antwort zum 29:29. Trotz unterzahl, ackerte die Defensive ununterbrochen und zwang die Wieblinger zu einem Abschluss aus kleinem Winkel von rechts außen, ohne Erfolg. Im Gegenzug ballerte Jan Schneider aus dem Rückraum den TVI zur Führung. Wieder in Gleichzahl rührten die Ispringer Beton an und eroberten den Ball. Im darauf folgenden Angriff drohte dem TVI ein Zeitspiel. Ein Unentschieden war für die Gastgeber immer noch drin, aber Pascal Stoll machte alles klar. Den überschnellen Versuch zu verkürzen, nutze Crunch-Time Schneider zum 29:32 Endstand.

Nach dieser Berg- und Talfahrt feierte das Team ausgiebig den hart erkämpften, ersten Auswärtssieg. In den vergangenen Spielen ließ man immer 1 bis 2 Strafwürfe liegen. Pascal Stoll war an diesem Abend eiskalt vom Strich und verwandelte alle 5 Penalties. 

Es spielten für den TVI: Pascal Stoll (9/5), Jan Schneider (6), Martin Dietrich (5), Hannes Vogt, Sören Apelt (1), Felix Krauß (1), Philip Kunz, Tim Siedelmann (1), Brian Morlock (3), Steffen Kunz (2), Mathis Vogt, Marvin Härter, Tobias Lachstädter, Lukas Kunz (4)